Das Buchcover – ein Kleid für eure Geschichte

Es ist das Erste, was man sieht, ganz egal ob online oder im Buchladen selbst. Und genau hier muss es überzeugen – es muss den Betrachter auf irgendeine Weise dazu bringen, es in die Hand zu nehmen (oder drauf zu klicken), es näher anzuschauen und, im besten Fall, umzudrehen, um den Klappentext zu lesen.
Ab diesem Moment hat das Buchcover geschafft, was es sollte – es hat Aufmerksamkeit erregt und dazu geführt, dass der Betrachter sich das Buch genauer ansieht. Wie es dann weitergeht, liegt nicht mehr in der Hand von uns Designern, sondern in euren.

Doch was braucht ein Buchcover, damit es diese Wirkung hat?

 

Wie „alle anderen“ oder individuell?

Das ist eine Frage, die sich nicht nur Autoren stellen, sondern auch die Designer. Denn etwas muss ja an den „Mainstream-Covern“ sein, wenn es so viele davon gibt, die nach dem gleichen Schema erstellt wurden. Sie passen perfekt zum Genre und sind eingängig, da der Leser automatisch weiß, dass er hier genau das findet, was er sucht. Dass sich dieses Cover so nahtlos in das Meer aus ähnlichen Cover einfügen kann, hat aber auch einen gewaltigen Nachteil: Es hebt sich nicht ab.

Ein Cover, das hervorsticht, zieht Blicke auf sich. Der Leser wagt sehr wahrscheinlich einen näheren Blick, wenn das Cover interessant aussieht, anders, neuartig. Das kann definitiv verkaufsfördernd sein.

Wie euer Cover gestaltet werden soll, müsst ihr euch also gut überlegen. Gerade im Romantik- und Erotik-Genre gilt es oft, ein Cover gestalten zu lassen, dass sich wunderbar neben anderen Büchern des gleichen Genres einreihen lässt. Bei Fantasy ist Individualität schon eher an der Tagesordnung. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Am besten trefft ihr diese Entscheidung in Absprache mit eurem Designer und wägt ab, was euch persönlich wichtig ist.

 

Mein spezieller Tipp an dieser Stelle: Vertraut eurem Designer. Viele Autoren möchten am liebsten genau das Bild, das sie im Kopf haben, auch auf ihrem Buch sehen – das ist nachvollziehbar, aber nicht immer erfolgversprechend. Lasst euch also von eurem Designer beraten.

 

Wie sucht ihr euren Designer aus?

Wer euer Designer ist, ist natürlich auch ausschlaggebend für das Ergebnis – jeder hat seinen eigenen Stil, jeder bringt auch genau den in das Cover mit ein. Wenn ihr schon genau wisst, wo ihr mit dem Buchcover hinwollt und wie das Ergebnis aussehen soll, dann geht auf die Suche nach einem Designer, dessen Stil euch gefällt und passend erscheint. Schaut euch die Arbeiten an, Referenzen und haltet Ausschau nach etwas, das (vom Stil her) auch zu eurer Geschichte passen könnte.
So entgeht ihr auf jeden Fall schonmal dem Risiko, dass euch der Stil des Covers am Ende nicht zusagt.

 

Was soll auf eurem Cover zu sehen sein?

Ganz egal, ob ihr selbst ans Werk gehen wollt oder ob ihr einen Designer beauftragt – ihr müsst euch zuerst überlegen, was auf eurem Cover überhaupt abgebildet sein soll.
Dazu müsst ihr euch erstmal Gedanken über euer Buch machen – welche Stimmung sollte durch das Cover transportiert werden?
Welches Motiv könnte perfekt zum Inhalt eures Buches passen? Gibt es Szenen, die ihr unbedingt abgebildet haben wollt und die auch noch die Stimmung widerspiegeln? Oder Symbole, die im Buch eine besondere Bedeutung haben? Wer soll die Zielgruppe sein, wer wird das Buch lesen und muss das Cover, im besten Fall, lieben?

Macht euch zuallererst einen Plan, bevor ihr ans Gestalten geht oder bevor ihr euch an einen Designer wendet.
Wenn ihr letzteres vorhabt, jedoch selbst übehraupt keine Ideen für euer Cover habt – bezieht den Designer mit ein. Erzählt ihm von dem Buch und er wird ganz sicher viele Ideen und viel Input mitbringen, damit ihr gemeinsam ein Konzept für dein Cover entwickeln könnt.

 

Unter den Selfpublishern gibt es auch einige, die ihr Cover selbst gestalten, sei es aus Kostengründen oder weil sie es einfach selbst ausprobieren möchten. An dieser Stelle habe ich noch einige Tipps für „Design-Neulinge“, die sich an ihrem eigenen Cover ausprobieren wollen.

  1. Bildmaterial

Wie eben schon angesprochen, ist es wichtig, keinerlei Rechte zu verletzen und die richtigen Lizenzen für seine Bilder zu haben, um sie gefahrlos nutzen zu können. Hierfür ist zum Beispiel Shutterstock sehr zu empfehlen, ebenso wie depositphotos. Hier erfahrt ihr auch genauestens, welche Lizenzen ihr erwerbt und wofür ihr sie verwenden dürft.

2. Das Programm

Ihr braucht natürlich ein Programm, mit dem ihr euer Cover erstellen könnt. Am besten eignet sich meiner Meinung nach immer Adobe Photoshop. Wer das Geld dafür jedoch nicht ausgeben möchte, kann auch auf GIMP zurückgreifen.

3. Nehmt euch Zeit

Probiert erst ein bisschen herum, eignet euch ein bisschen Wissen über euer Programm an, schaut Tutorials und überlegt euch im Vorfeld, was ihr gern gestalten wollt. Schreibt ein Konzept und sucht nach Tipps, wie ihr das umsetzen könnt. Ein schnell erstelltes Cover ohne nähere Überlegungen und Übungen wird wenig überzeugend sein.

4. Schriften

Gerade als Neuling neigt man oft dazu, die außergewöhnlichsten Schriften auszuwählen, die man einfach hübsch findet. Solche Schriften eignen sich doch so gut wie nie für den Titel. Der Titel muss gut lesbar sein und darf nicht zu sehr in den Hintergrund rücken. Wenn der Leser zu lange braucht, um überhaupt den Titel oder den Untertitel entziffern zu können, hat das Cover bereits verloren. Sucht euch also passende Schriftarten raus. Hierfür könnt ihr beispielsweise dafont.com als Quelle verwenden – achtet hierbei aber auch auf die Rechte! Ihr dürft nicht jede der angebotenen Schriftarten für kommerzielle Zwecke benutzen.

 

Mein spezieller Tipp an die „Selbstmacher“: Übt. Lasst euch Zeit, lernt euer Programm kennen, bildet euch weiter und gebt euch nicht mit eurem ersten Entwurf zufrieden, nur weil ihr schnell ein Cover wollt. Gibt eurer Gestaltung Raum, um zu wachsen.

 

Zum Schluss möchte ich noch sagen – das Gestalten ist, wie auch das Schreiben, eine Form von Kunst. Und Kunst wird von fast jedem subjektiv wahrgenommen. Euer Cover kann nicht jedem gefallen, ob ihr es designed habt oder ob ihr einen Designer beauftragt habt, ist dabei egal. Es kann und wird immer jemanden geben, dem es nicht gefällt- das sollte euch niemals demotivieren.

Ein Künstler, ob Autor oder Gestalter, erschafft die Kunst um der Kunst willen, und nicht, um jeden einzelnen Menschen zufriedenzustellen. Stellt euch selbst zufrieden und, da das natürlich für Bücher grundlegend ist, versucht, eure Zielgruppe zufrieden zustellen. Wenn jemand, der ansonsten nur auf Chick-lit Romane steht und rosa liebt, euer Fantasy-Cover nicht mag, dann sollte euch das wenig kümmern, genauso wie es euch nicht kümmern muss, wenn es andersherum ist.

Schreibt, gestaltet, seid ausgelassen und kreativ <3

 

Text & Bild: Jay El Nabhan/ Jaqueline Kropmanns

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