Die Hürden einer Auswanderung

Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen. 

Friedrich Nietzsche

Mal abgesehen davon, dass es immer ein Kraftakt ist, umzuziehen, muss ich gestehen, dass es noch viel schlimmer ist, wenn man auswandert. Im Vorhinein habe ich von verschiedenen Umzugsunternehmen Angebote eingeholt. Es musste nicht das Günstigste sein, aber ich musste mich beim Unternehmen wohlfühlen. Immerhin würde ich ihnen alles anvertrauen, was mir gehört, beziehungsweise das, was ich mitnehmen wollte. Nach einigen Telefonaten hatte ich schließlich das Passende gefunden. Aber, um dennoch eine Kostengünstige Variante zu bekommen, musste ich mich auf 5 Kubikmeter beschränken. Das ist nicht viel. Maximal 35 Umzugskartons. Und wer schfft es bitte sein Leben in 35 Kartons zu packen? Ich stand vor einer Hürde, die mir im ersten Augenblick unmöglich erschien. Als ich die erste Kiste packen sollte, fühlte ich mich dazu nicht bereit. Denn wie sollte ich aussortieren, was wichtig war und was nicht?

Aber ich hatte keine Wahl. Ich musste irgendwo anfangen. Also habe ich mir groeße Müllbeutel geholt und einfach weggworfen. Ich sag euch: das ist ein unheimlich befreiendes Gefühl! Und das war nur eine der Herausforderungen, denen ich mich in den letzten Wochen stellen musste.

Wenn wir Deutschen schon ein Land der Bürokratie und des Papierkrams sind, dann muss ich zugeben, dass die Vereinigten Staaten von America uns in Nichts nachstehen 😀

Für den Antragsprozess mussten wir Formulare über Formulare ausfüllen, sie einschicken und noch mehr Formulare ausfüllen. Man meint, es müsste doch viel einfacher sein, wenn man verheiratet ist. Aber das war es nicht. Auch weil wir erst ein Jahr verheiratet sind, müssen wir in zwei Jahren erneut einen Antrag auf Verlängerung meiner Green Card stellen. Zurück zum Thema 🙂 für die Auswanderung sind nicht nur Formulare, sondern auch eine amtsärztliche Untersuchung und ein Interview im Konuslat notwendig.

Inzwischen habe ich mein Visum und auch die Zusage für eine Arbeitserlaubnis. Was das betrifft, hat das Bangen also ein Ende und ich kann mich auf die Reise vorbereiten. Leute, ich kann euch gar nicht sagen, wie erleichtert ich war, als der Umschlag mit meinen Unterlagen und dem Reisepass  ankam. Jetzt weiß ich, dass es schon in wenigen Tagen losgeht. Und inzwischen habe ich echt Angst vor dem Schritt.

Die letzten Dinge müssen noch in die Koffer gepackt und der Hund für die Ausreise untersucht werden. Danach werde ich erstmal zu meiner Schwiegermutter reisen, bis mein Mann mit seiner WEiterbildung fertig ist und wir uns mit den Autos und zwei Hunden im Gepäck auf die zehnstündige Autofahrt begeben, um ans Ziel zu kommen. Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun. Welche Herausforderungen als nächstes warten?

  • Hauskauf
  • meine Habseligkeiten in einen Umzugswagen packen und sie ans Ziel bringen
  • ein Flug mit Hund
  • einen Job finden

Der wohl schwierigste Schritt wird der Abschied sein. Ich wollte keine Party. Die hätte ich nicht überstanden. Und ich hoffe, dass nicht so viele Freunde oder Familie am Flughafen auftauchen werden. Aber bei 4 Geschwistern kann ich darauf wohl nicht hoffen 😀 Ich weiß nur, dass meine Mutter nicht kommen kann, weil sie arbeiten muss. Also werde ich diesen schweren Abschied schon vorher hinter mich bringen. Und ein ganz bisschen hoffe ich, dass meine große Schwester nicht mit meiner kleinen Nichte kommt. Der Abschied wird wohl der Schwerste überhaupt. Die kleine Maus ist jetzt sieben Monate alt und ich habe sie bislang aufwachsen sehen. Gerade in den letzten Wochen war ich 2-3x pro Woche bei ihr, um so viel mitzubekommen, wie ich konnte. Selbst jetzt, wenn ich das nur schreibe, kämpfe ich mit den Tränen.

Wie man sieht, mir fällt die Auswanderung alles anderen, als leicht, auch wenn ich das nach Außen nicht gerne durchblicken lasse,

Gerne berichte ich euch in den kommenden Tagen, wie es weitergeht 🙂

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