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Der Drang nach Perfektion

Das Buch ist unser Baby. Wir wollen, dass alle es lieben und dazu muss es perfekt sein.

Aber manchmal ist der Drang nach Perfektion auch hinderlich. Das beginnt schon beim Schreiben. Ich merke bei mir immer, dass ich die wichtigen Schlüsselszenen immer so gut wie möglich haben will. Die entscheidenden Szenen sollen sofort passen, schließlich kann das Buch nur durch sie wirklich „leben“.

Genau das ist es aber, was mich dann hemmt. Ich brauche ewig, um diese Szenen zu schreiben, weil ich über jedes Wort doppelt so lange nachdenke wie normalerweise.

Noch schlimmer wird das Problem mit der Perfektion während der Überarbeitung. Wann soll man aufhören? Wie viele Überarbeitungsgänge braucht ein Buch, um perfekt zu sein?

Darauf gibt es wahrscheinlich keine allgemeingültige Antwort. Jedes Buch ist speziell und manche brauchen mehr Zuwendung als andere. Man sollte nur wissen, wann es genug ist.

Und genau das ist das Problem. Der Autor kann das nur selten selbst einschätzen. Man wird immer noch etwas finden, was man noch verbessern will. Doch nicht umsonst gibt es den Begriff „Verschlimmbessern“. Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man loslassen muss.

Am liebsten würde ich an dieser Stelle einen Rat formulieren. Aber egal wie ich es angehe, das gelingt mir einfach nicht. Ich persönlich brauche zwei Überarbeitungsgänge, um einigermaßen zufrieden zu sein. Wahrscheinlich wären es noch mehr, wenn ich mir danach nochmal das ganze Skript durchlesen würde.

Und genau das ist der einzige Rat, den ich geben kann. Schreibt das Buch fertig, überarbeitet es 1-2 Mal und erklärt es dann für beendet. Wenn ihr euch nicht sicher seid, sucht euch ein paar Testleser. Die kennen das Buch nicht so gut wie ihr und blicken mit ganz anderen Augen auf die Geschichte. Sie können euch sagen, was noch nicht passt, wenn ihr betriebsblind werdet.

Perfektion ist nichts Schlechtes, aber manchmal versperrt sie uns den Blick auf unser eigenes Buch. Wir müssen Vertrauen in uns haben.

Das, was wir erschaffen, ist gut.

Text: Saskia Stanner

Bild: Pixabay