Was ist ein Exposé und wie erstelle ich es?

Ein Exposé hasst oder liebt man – andere Möglichkeiten gibt es nicht. Und ja, ich gehöre vermutlich zu den wenigen Menschen dieser Welt, die diese Arbeit so lieben. Ich weiß, Schande über mein Haupt! 😉

Aber was ist ein Exposé überhaupt und warum gehört es zum Autorendasein dazu, sowas zu schreiben?

Ein Exposé ist sozusagen das Aushängeschild eurer Geschichte. Wann immer ihr euer Werk beispielsweise einem Verlag oder einer Agentur anbieten möchtet, solltet ihr stets ein Exposé mit einreichen, damit sich die Verantwortlichen dort ein Bild von eurer Geschichte machen können. Dabei solltet ihr immer darauf achten, dass die wichtigsten Daten zum Roman genannt werden:

(Arbeits-)Titel, Autor, Genre, Seitenzahl, Zielgruppe und die Perspektive, aus der ihr die Geschichte erzählt.

Das sind zunächst einmal die wichtigsten Punkte, die ihr im Exposé, vorzugsweise natürlich direkt am Anfang, nennen solltet. Der Arbeitstitel gibt in der Regel schon einmal einen kleinen Ausblick auf die Geschichte frei. Daran kann ein Verleger oder Agent erkennen, ob ihr im Titel bereits zu viel verratet und ob man diesen eventuell ändern muss. Deshalb sollte dort stets Arbeitstitel stehen. Für mich zeigt das eine gewisse Bereitschaft, das noch zu ändern. Der Autor erklärt sich ja von selbst, aber das Genre ist enorm wichtig. Ihr solltet hierbei genau darüber nachdenken, in welchen Bereich sich euer Buch einordnen lässt. Young Adult, Fantasy oder doch Erotik? Hierbei kann ein findiger Verleger zwei Dinge sofort erkennen:

Zum Einen, ob ihr selbst euer Werk verstanden habt und euch auch darüber informiert habt, in welchen Bereich eure Geschichte gehört und außerdem, ob das Buch sich aktuell gut verkaufen lässt. Zweiteres und das wisst ihr ja selbst, ist in der heutigen Zeit das A und O für Verlage und Agenturen.

Die Seitenzahl zeigt, das ist ja klar, den Umfang eurer Geschichte. Ist das Buch zu dick, muss man es eventuell kürzen. Ist es zu knapp vom Umfang, muss man womöglich erweitern und allem mehr Tiefe geben.

Zielgruppe und Perspektive sind die Punkte, über die ich mir immer am meisten Gedanken mache. Die Zielgruppe beschreibt ja die Gruppe an Menschen, die eure Geschichte vermutlich am ehesten ansprechen würde. Und da müsst ihr selbst eure Geschichte am besten einschätzen. New Adult wird beispielsweise viel von jungen Frauen ab 16 viel gelesen und zieht sich von den Hauptlesern bis zum 25. Lebensjahr. Natürlich bedeutet das nicht, dass nicht auch Jüngere oder Ältere das Buch lesen werden, doch der Schwerpunkt liegt da eben auf dieser Gruppe.

Die Perspektive ist für viele Verleger ein wichtiger Punkt, denn oft steht und fällt eine Geschichte mit der Perspektive, aus der sie erzählt wird. Schließlich ist es manchmal deutlich sinnvoller, die Geschichte aus der Sicht des Protagonisten zu erzählen – einfach, damit die Gefühle deutlich besser und authentischer rüberkommen.

Wichtig sind in eurem Exposé dann noch die kurze Zusammenfassung eurer Geschichte in zwei bis drei Sätzen und daran anschließend die Handlung auf zwei bis drei Seiten beschränkt.

Das ist für die meisten Autoren oft der schwierigste aller Punkte. Wie schaffe ich es, meine Handlung auf eine so geringe Seitenzahl runterzubrechen? 300 Normseiten auf zwei Seiten also…wie soll das gehen?

Meine Freunde, an dieser Stelle kann ich euch sagen, das ist alles gar nicht so schlimm, wie es scheint. Lasst bei der Handlung die unwichtigen Handlungsstränge weg. Es ist nicht wichtig, ob eure Protagonisten früh am Morgen aufstehen und erstmal frühstücken. Wichtig sind all die Punkte, die für den weiteren Verlauf der Handlung unabdingbar sind. Ein Streit, ein Kampf oder eine gemeinsame Nacht unter Sternen – das sind Punkte, die für eure Geschichte wichtig sein könnten. Ich weiß, vielleicht bin ich durch mein Studium vorbelastet, aber mein Dozent hat mal gesagt:

„Versuchen Sie immer, sich kurz zu fassen. Ausdruck macht nämlich den besten Eindruck.“

Und bis heute liebe ich diese Aussage, denn ihr könnt, wenn ihr es geschickt anstellt, nicht nur einen Punkt der Geschichte in einem Satz unterbringen, sondern gleich mehrere.

Beispiel: „Amanda geht zur Schule und lernt Bob kennen. Der versteht sich gut mit ihr und mag sie. Amanda eckt aber auch mit Judith an und es gibt viele Streitereien.“

Das klingt sehr abgehackt und ihr verschwendet drei Sätze für etwas, das in einen Satz passt:

„Amanda und Bob verstehen sich auf Anhieb, während Judith in Amanda eine Feindin gefunden hat.“

Das ist kürzer und der Verleger kann sich ein deutliches Bild der Situation machen. Verrennt euch nicht in unnötigen Formulierungen, die alles nur so in die Länge ziehen, denn am Ende solltet ihr außerdem die wichtigsten Figuren eurer Geschichte in einer kleinen Tabelle charakterisieren. Welche Eigenschaften zeigen die Protas zu Beginn der Handlung auf, welche am Ende? Der Agent oder Verleger kann daran sehr gut die Entwicklung der Charaktere erkennen und dort könnt ihr auch nochmal die Bindungen zwischen den Protagonisten nennen.

Alles in allem will ich euch noch sagen: Für ein Exposé gibt es kein Patentrezept! Einige meiner Kollegen fügen zu Beginn auch noch die Stimmung der Geschichte mit ein – ist sie düster oder heiter und fröhlich? Andere lassen die Charakterbeschreibungen völlig weg, weil es in ihren Augen bereits durch die Inhaltsangabe deutlich wird. All das sind nur Tipps, die ihr nutzen könnt, aber nicht müsst.

Ich für meinen Teil bin bisher sehr gut mit den Exposés zurechtgekommen und erstelle mir außerdem zu jedem neuen Projekt eines, denn es hilft mir außerdem beim Plotten meiner Geschichte. Auch dazu habe ich schon einen Beitrag geschrieben, falls ihr Interesse habt, schaut hier auf dem Blog mal vorbei. Wenn ihr einmal dazu „gezwungen“ werdet, eure Handlung so herunterzubrechen, erleichtert euch das in der Regel die Arbeit mit dem Manuskript.

Also meine Lieben, an der Stelle hoffe ich, dass ich euch helfen konnte und dass ihr nun ein besseres Bild von meiner Lieblingsarbeit bekommen habt. Ein Exposé kann so vielfältig sein, wie es die Geschichten sind und das ist toll!

Ich wünsche euch ganz viel Erfolg mit euren Exposés und den dazugehörigen Geschichten. Ihr schafft das! <3

Text: L.J. Pyka

Bild: pixabay

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